Mahlzeit, Leute! Ich darf ihn endlich mal in meinen Händen halten: den UniFi Travel Router (UTR). Monatelang war das Ding im UniFi Store ausverkauft und einfach nicht zu bekommen – jetzt sieht das ganz anders aus und ich habe direkt zugeschlagen.

Klein, leicht – und endlich wirklich ein Reiserouter

Allein die Verpackung sagt schon alles: Die Hauptschachtel hat ungefähr die Größe einer Zigarettenschachtel. Dementsprechend liegt da auch kein Netzteil bei, sondern „nur“ ein USB-C-Kabel – was für mich aber völlig ausreicht.

Das Gerät selbst hat ungefähr Scheckkartenformat, nur ein bisschen dicker. Konkret sind es 95,95 × 65 × 12,5 mm bei gerade mal 89 g. Genau das ist der Punkt: Den hier packe ich ins Handgepäck und merke es nicht mal. Die ganzen Alternativprodukte, die gerade auf Amazon laufen wie warme Semmeln, sind dagegen oft so klobig, dass sie eher ins aufgegebene Gepäck wandern. Und genau da landen sie bei mir auch – aber meinen Reiserouter will ich im Handgepäck haben. Beim UTR ist das überhaupt kein Thema.

Die Hardware im Schnelldurchlauf

Wir reden hier über rund 84 € (hier im UniFi Shop erhältlich). Für den Preis erwarte ich nicht das absolute Knaller-High-End Produkt, aber ich erwarte die typische UniFi-Einfachheit – und die bekomme ich hier definitiv. Das Wichtigste auf einen Blick:

  • WLAN: WiFi 5 (802.11ac), Dual-Band 2,4 & 5 GHz, 2×2 MIMO (zwei Antennen), bis zu 866 Mbit/s auf 5 GHz
  • Ethernet: 2× Gigabit RJ45 – einmal als WAN, einmal als LAN markiert (dediziert, nicht frei umschaltbar). Clever gelöst: Du klappst eine kleine Klappe hoch, damit die schlanken Ports überhaupt Platz für den RJ45-Stecker haben. Das hält das Gerät schön schlank. So wie ich es mag – 90-60-90.
  • USB-C: einmal für Strom (5 V / 2 A, ca. 4–5 W Verbrauch), einmal als Datenport für USB-Tethering bzw. USB-Stick
  • Display: das typische kleine UniFi-Display vorne – zeigt dir Uplink-WLAN-Qualität (dBm), verbundene Clients und ob du per VPN verbunden bist
  • Reset: winziger Reset-Button hinten – falls du mal gar nicht mehr an die Kiste dran kommen solltest
  • VPN: WireGuard & OpenVPN als Client, dazu Teleport direkt von Unifi (ist auch WireGuard)

Klar, WiFi 6 wäre nett gewesen, WiFi 7 erst recht – aber dann bist du preislich schnell wieder bei 200 € oder mehr. Und mal ehrlich: Brauche ich unterwegs im Hotel wirklich diese Riesen-Bandbreiten und viel zu viel Funktionen? Ich sehe es nicht. Für einen Reiserouter ist WiFi 5 völlig in Ordnung.

Nahtlose UniFi-Integration: dein Heim-WLAN reist einfach mit

Jetzt kommt das, was den UTR für UniFi-Nutzer so stark macht. Nach dem Einstecken dauert das Hochfahren rund eine Minute, danach siehst du in der UniFi-App sofort, wohin sich der Kollege verbunden hat. Als Uplink kannst du nehmen, was du willst:

  • WLAN-Uplink: ganz normal das vorhandene Netz scannen und einwählen (z. B. Hotel-WLAN)
  • Kabel-Uplink: einfach das Netzwerkkabel in den WAN-Port stecken – er erkennt das automatisch, schaltet priorisiert um und zeigt dir „1 Gigabit Ethernet“ an
  • USB-Tethering: 5G/LTE vom Smartphone als Internetquelle

Und jetzt der Clou für alle, die es einfach haben wollen: Du kannst dein WLAN selbst definieren – oder du klickst in der App einfach auf deine UDM/Konsole und übernimmst die WLANs, die du von zu Hause kennst. Einmal dein gewohntes Netzwerk auswählen, „Anwenden“, und schwuppdiwupp strahlt der Travel Router dein Heim-WLAN aus. Heißt: Du musst auf deine Endgeräte, die du mit in den Urlaub schleppst, gar nichts umstellen. Einfach den UTR mitnehmen, und das heimische WLAN ist da. Für die Familie, die nicht ständig neue Netzwerke eintippen will, ist das Gold wert.

Auch das Thema Captive Portal (diese nervigen Hotel-Login-Seiten) wird sauber in der App abgefrühstückt. Und MAC-Adress-Cloning ist mit an Bord, falls mal nur ein einzelner Client zugelassen ist.

Highlight Nr. 1: VPN mit Teleport – dein Zuhause kommt mit

Das ist für mich das eigentliche Killer-Feature. Wenn du bereits UniFi-Kunde bist, verbindet sich der UTR auf Reisen via Teleport automatisch in dein heimisches Netzwerk. Darunter läuft nichts anderes als WireGuard – aber du musst dafür nichts manuell einrichten.

Über den UniFi Site Manager baut sich automatisiert eine WireGuard Site-to-Site-Verbindung zwischen dem Travel Router und deiner Dream Machine bzw. deinem Gateway zu Hause auf. Im Display siehst du, dass du per VPN verbunden bist, und in der App, dass die Verbindung zu deiner Konsole steht. Mit einem Klick sagst du „verbinde dich mit dieser Site“ – und die Kiste tut genau das.

Das Schöne daran: Es ist eben nicht nur ein VPN-Tunnel raus, sondern dein komplettes Heimnetzwerk steht zur Verfügung. Du kommst von unterwegs sofort und gesichert in dein Zuhause rein – und alles, was dort läuft, läuft auch für dich. Inklusive dem ganz normalen UniFi-Werbeblocker und Malware-Schutz, weil du einfach das DNS von zu Hause mitnimmst. Heißt: Den ganzen Kram musst du gar nicht extra mitschleppen.

Highlight Nr. 2: VPN mit WireGuard – Cloudrouter (ipv64.net) oder ProtonVPN

Aber keine Sorge – du musst kein UniFi-Universum-Bewohner sein, damit das Ding Sinn ergibt. Der UTR bringt einen ganz normalen WireGuard-Client mit, und genau das nutze ich auch.

Ich fahre meine WireGuard-Verbindung zum Beispiel über meinen Cloudrouter von ipv64.net – per QR-Code eingerichtet, läuft genauso reibungslos wie Teleport. Du willst stattdessen gar nicht zu dir nach Hause, sondern einfach raus über einen klassischen VPN-Anbieter? Dann nimm z. B. ProtonVPN (meine Standard-Empfehlung). Egal welchen Anwendungsfall du hast: WireGuard-Konfig rein, Verbindung baut sich sofort auf, läuft.

Damit ist der UTR auch für alle interessant, die kein UniFi-Setup zu Hause haben. Die nahtlose UniFi-Integration ist dann ein netter Bonus – aber kein Muss. Der Travel Router funktioniert auch komplett im Stand-alone-Modus, ganz ohne UniFi-Account.

Kill Switch: keine Daten ohne VPN

Ein Punkt, der mir richtig wichtig ist: Der UTR hat einen Kill Switch. Solange kein VPN aufgebaut ist, geht kein einziges Datenpaket rein oder raus. Gerade in unsicheren, öffentlichen WLANs ist das genau das, was ein Reiserouter können muss.

Performance: reicht das für unterwegs?

Die Frage nach Strom und Leistung kommt ja immer – also habe ich gemessen:

  • Stromaufnahme: meist rund 4 W, mit etwas Last mal 5 W, im Leerlauf eher 3 W. Lässt sich also problemlos über Powerbank, Handy-Ausgang oder Laptop befeuern.
  • Routing-Bandbreite (WAN→LAN): Spitzenwert rund 556 Mbit/s
  • WireGuard-VPN-Bandbreite: Spitzenwert um die 199–200 Mbit/s – also verschlüsselt rein, verschlüsselt wieder raus.

200 Mbit/s verschlüsselt über VPN – Leute, für einen Reiserouter dieser Größe und Preis ist das mehr als ausreichend. Klar, mit mehreren Clients, die gleichzeitig surfen, kann das ein bisschen droppen.

Fazit

Für mich ist der UniFi Travel Router ein Stück „Back to the roots“ – endlich mal wieder ein Reiserouter, der genau das macht, was so ein Gerät machen soll: dir in unsicheren, öffentlichen WLANs eine saubere, abgesicherte Verbindung mitbringen. Mit Kill Switch, mit WireGuard, mit Teleport und das alles in einem handlichen Format.

Was ich richtig löblich finde:

  • die Baugröße – klein, leicht, passt ins Handgepäck
  • die nahtlose UniFi-Integration via Teleport für alle, die einfach nur ihr Zuhause mitnehmen wollen
  • die WireGuard-Flexibilität – ob Cloudrouter (ipv64.net) oder ProtonVPN, völlig egal

Für rund 84 € ist der UTR als Reiserouter absolut zu empfehlen – und zwar auch dann, wenn du gar nicht im UniFi-Universum unterwegs bist. Allein die Baugröße in Kombination mit VPN macht das Ding für die paar Euro zum klaren Kauftipp.

Hier geht es noch zum deutschen UniFi Shop falls du Bock auf die Kiste hast.