Du suchst eine mächtigere Alternative zu Pi-hole und AdGuard Home? Dann ist der Technitium DNS Server genau das Tool, das du brauchst. In diesem Artikel zeige ich dir, was Technitium kann, wo der Unterschied zu Pi-hole und AdGuard Home liegt – und für wen sich der Umstieg wirklich lohnt.

Nach meinem Youtube-Video zum Vergleich Pi-hole vs. AdGuard Home haben mich eure Kommentare regelrecht überrollt: „Dennis, zeig doch endlich mal Technitium!“ Okay, ihr habt’s so gewollt.

Was ist der Technitium DNS Server?

Der Technitium DNS Server ist ein kostenloser, Open-Source und selbst gehosteter DNS-Server, der weit über das hinausgeht, was Pi-hole oder AdGuard Home leisten. Während die beiden Klassiker primär als DNS-basierte Werbeblocker entwickelt wurden, kommt Technitium aus der Ecke der vollwertigen DNS-Server – inklusive eigener Zonenverwaltung, DNSSEC, DHCP und verschlüsselten DNS-Protokollen (DoT, DoH, DoQ).

Kurz gesagt: Mit Technitium bist du der Chef über alle DNS-Namen in deinem Netzwerk. Nicht mehr die Fritzbox, nicht mehr die UniFi-Kiste – sondern dein eigener DNS-Server.

Technitium vs. Pi-hole vs. AdGuard Home – der direkte Vergleich

FeaturePi-holeAdGuard HomeTechnitium
Werbeblocker (DNS-Sinkhole)
Einfache Bedienung✅✅✅✅✅✅
Verschlüsselte Upstream-DNS (DoT/DoH/DoQ)⚠️ Umwege
Eigene DNS-Zonen verwalten⚠️ rudimentär✅✅✅
Autoritativer DNS für lokale Domains⚠️✅✅✅
DHCP-Server integriert
DNSSEC, DDNS, ACLs, Apps⚠️✅✅✅
RAM-Verbrauch~9 MB~80 MB~190 MB
ZielgruppeEinsteigerEinsteiger / FortgeschritteneProfis & Homelab

Mein Fazit aus der Tabelle: Technitium spielt in einer anderen Liga – aber genau das ist Fluch und Segen zugleich.

Die wichtigsten Technitium-Features im Überblick

1. Eigene DNS-Zonen anlegen

Du legst dir z. B. eine Zone home.local an, packst dort einen A-Record testing.home.local → 1.2.3.4 rein – fertig. Dein PC fragt den Technitium und bekommt sofort die richtige Antwort. So baust du dir dein eigenes lokales DNS-Universum auf, das weder Pi-hole noch AdGuard Home in dieser Tiefe bieten.

2. Verschlüsselte DNS-Forwarder (DoT, DoH, DoQ)

Unter Settings → Proxy & Forwarders findest du eine Quick-Select-Liste mit den üblichen Verdächtigen: Quad9, OpenDNS, dns.forge, Cloudflare und Co. – inklusive DNS-over-TLS und DNS-over-HTTPS. Genau das, was ich bei AdGuard Home schon gelobt habe. Damit kann dein Provider deine DNS-Anfragen nicht mehr mitlesen.

3. Blocking (Werbung und viel mehr) wie bei Pi-hole

Unter Blocking klickst du dir die gewünschten Blocklists zusammen – z. B. die bekannte Steven Black-Liste mit Adware, Malware, Fake News und Social. Ein Klick, speichern, fertig. Die Listen aktualisieren sich automatisch.

4. Lokale DNS-Verschlüsselung

Wenn du Technitium per Docker Compose betreibst (so mache ich es), musst du die Ports für DoT, DoH und DoQ explizit im Compose-File freischalten. Standardmäßig ist nur Port 53 offen. Für lokale Verschlüsselung brauchst du gültige Zertifikate – sonst meckert dein Browser.

Mein Tipp: Lokal reicht in 99 % der Fälle das unverschlüsselte UDP/53. Nur was nach außen geht, sollte verschlüsselt sein.

5. Apps, Plugins & Erweiterungen

Geo-Routing, Weighted Round Robin Load Balancing, DHCP-Server, DNSSEC, dynamische DNS-Updates über Security Keys, ACLs, eigene Block-Pages, Reverse-Proxy-Integration mit Traefik – ich könnte stundenlang weitermachen. Technitium ist ein echtes Feature-Monster.

Technitium installieren mit Docker Compose

Ich nutze Technitium wie gewohnt im Docker-Container. Im Compose-File lässt sich von Anfang an alles vordefinieren: Admin-Passwort, aktivierte Protokolle, Ports, IP-Adressen. Eine ganz andere Hausnummer als bei Pi-hole oder AdGuard, wo vieles erst nachträglich konfiguriert wird.

Für wen lohnt sich Technitium?

Pi-hole oder AdGuard Home reichen dir, wenn du einfach nur Werbung blocken und optional verschlüsselte Forwarder nutzen willst. Beide sind anwenderfreundlich und schnell aufgesetzt.

Technitium ist deine Lösung, wenn du:

  • eigene lokale Zonen und Domains professionell verwalten willst
  • DHCP, DNS und Blocking in einem Tool bündeln möchtest
  • mit DNSSEC, DDNS oder Geo-Routing arbeitest
  • ein echtes Homelab oder eine kleine Unternehmensumgebung betreibst
  • bereit bist, dich etwas tiefer einzuarbeiten

Technitium ist mächtig – und mächtige Tools bergen Risiken. Öffne niemals leichtfertig DNS-Ports nach außen über deine UniFi, pfSense oder Fritzbox. Sonst hast du ratzfatz einen offenen DNS-Resolver, der für DNS-Rebind- oder DNS-Amplification-Attacks missbraucht werden kann. Lokal nutzen, sauber abgesichert betreiben – dann passt das.

Fazit: Technitium ist das mächtigste Self-Hosted DNS-Tool

Wer DNS wirklich liebt und maximale Kontrolle will, kommt am Technitium DNS Server kaum vorbei. Es ist das mit Abstand mächtigste selbst gehostete DNS-Tool, das ich kenne – inklusive Blocking und verschlüsselten Übertragungswegen. Pi-hole und AdGuard Home bleiben für die Mehrheit die bessere Wahl. Aber wenn du in DNS richtig aufdrehen willst: Technitium ist deine Lösung.

Viel Spaß beim Ausprobieren.

https://youtu.be/dVpWag5M5t8