Welche Festplatte fürs NAS kaufen? Die Frage kommt bei mir jede Woche rein, meist kurz nachdem jemand ein Ugreen DXP4800 Plus oder eine Synology DS925+ bestellt hat und vor dem leeren Gehäuse steht. Die Antwort ist kürzer als die Festplattenregale bei Amazon: Für ein 2-Bay- oder 4-Bay-NAS zuhause brauchst du CMR-Platten mit NAS-Freigabe, aktuell am besten mit 8 TB, und für die beiden M.2-Slots zwei ganz normale NVMe-SSDs. Keine PCIe-5-Boliden, keine Enterprise-Ware.

Kurze Antwort: Diese Festplatten solltest du ins NAS einbauen

  • Für die meisten Heim-NAS: die Seagate IronWolf Pro 8 TB. CMR, 7.200 U/min, Vibrationssensoren fürs Mehrschacht-Gehäuse, fünf Jahre Garantie plus Datenrettung. Läuft in Ugreen und Synology ohne Diskussion.
  • Wenn das NAS im Wohnzimmer steht: die WD Red Plus 8 TB. CMR, 5.640 U/min, spürbar leiser und kühler. Ein paar MB/s weniger merkst du übers Netzwerk nicht.
  • Für den kleinsten Preis pro Terabyte: die Toshiba N300 8 TB. Technisch auf IronWolf-Niveau, oft 20 bis 40 Euro günstiger, dafür das lauteste Modell der drei.
  • Für die M.2-Slots: zwei WD Blue SN580 1 TB. Bei Synology der 2025er-Generation nimmst du stattdessen die Synology SNV3410 400 GB, denn andere SSDs akzeptiert DSM dort für den Cache nicht.
Seagate IronWolf Pro 8TB, NAS Interne Festplatte HDD, 3.5 Zoll, 7200 U/Min,…WD Red Plus 8TB NAS 3.5" Internal Hard Drive – 5640 RPM…TOSHIBA N300 8TB NAS 3,5 Zoll interne Festplatte – CMR SATA 6…
AufzeichnungCMRCMRCMR
Preis398,89 €—715,35 €
Zu AmazonAmazonAmazonAmazon
Drehzahl7.200 U/min5.640 U/min7.200 U/min
Cache256 MB256 MB512 MB
Workload/Jahr300 TB180 TB180 TB
Garantie5 Jahre + Rescue3 Jahre3 Jahre
Lautstärkemittelleiselaut
Max. Schächte2488
Ideal fürAllrounder, 4-BayWohnzimmer, 2-BayPreis pro TB, Keller
Preisdaten von amzly.de

Welches NAS: Ugreen DXP2800, DXP4800 Plus, Synology DS225+ oder DS925+

Die vier Geräte, um die es bei meinen Lesern fast immer geht, teilen sich ein Muster: zwei oder vier 3,5-Zoll-Schächte plus zwei M.2-2280-Slots für NVMe-SSDs.

NASSchächteM.2-SlotsNetzwerkFremd-HDDsFremd-NVMe
Ugreen DXP280022x PCIe 3.02,5 GbEjaja
Ugreen DXP4800 Plus42x PCIe 3.010 GbE + 2,5 GbEjaja
Synology DS225+22x PCIe 3.02,5 GbE + 1 GbEja, seit DSM 7.3nur Synology-SSDs
Synology DS925+42x PCIe 3.02x 2,5 GbEja, seit DSM 7.3nur Synology-SSDs

Der wichtigste Unterschied steht in den letzten beiden Spalten. Ugreen ist bei Laufwerken völlig offen, egal ob UGOS oder TrueNAS drauf läuft. Synology hatte die 2025er-Modelle im Frühjahr 2025 komplett auf eigene Laufwerke beschränkt und ist mit DSM 7.3 im Oktober 2025 bei den Festplatten zurückgerudert: Seagate, WD und Toshiba laufen wieder ohne Warnmeldung, Speicherpools lassen sich normal anlegen. Bei den M.2-Slots gilt die Sperre weiter. Für SSD-Cache und M.2-Speicherpools verlangt DSM dort Laufwerke von der Kompatibilitätsliste, und auf der stehen praktisch nur die Synology SNV3400 und SNV3410. Wer das umgehen will, muss an der Kompatibilitätsdatenbank des NAS per Skript vorbei, und das ist nichts für ein Gerät, auf dem die Familienfotos liegen.

Die drei Festplatten im Detail

Seagate IronWolf Pro 8 TB (ST8000NTZ01): meine Empfehlung

Die IronWolf Pro ist die Platte, die ich in den meisten 4-Bay-Systemen sehe, und das aus gutem Grund. CMR-Aufzeichnung, 7.200 U/min, 256 MB Cache, Vibrationssensoren, die im Mehrschacht-Betrieb die Nachbarplatten ausgleichen, und 300 TB Workload pro Jahr. Dazu kommen fünf Jahre Garantie und drei Jahre Rescue-Datenrettung, die bei einem Ausfall die Daten im Labor zurückholt. Bei 8 TB liegt die Pro preislich oft nur wenige Euro über der normalen IronWolf, die zwei Jahre mehr Garantie sind das locker wert. Für ein 4-Bay mit RAID 5 oder SHR sind vier IronWolf Pro 8 TB die Kombination, bei der ich keine Fragen mehr stelle.

WD Red Plus 8 TB (WD80EFPX): die leise

Die Red Plus dreht mit 5.640 U/min und ist damit die leiseste und kühlste der drei. Beim Kopieren übers 2,5-GbE-Netz liefert sie trotzdem über 200 MB/s, mehr geht durch die Leitung sowieso nicht. Wichtig ist das „Plus“ im Namen: Die einfache WD Red ohne Zusatz arbeitet mit SMR, und SMR-Platten brechen beim RAID-Rebuild dramatisch ein. Die Red Plus ist CMR und darf ins NAS, die Red ohne Plus nicht.

Toshiba N300 8 TB: die günstige

Die N300 hat 7.200 U/min, 512 MB Cache, CMR und ist für bis zu acht Schächte freigegeben. Auf dem Papier ist sie der IronWolf ebenbürtig, im Preis liegt sie fast immer darunter. Der Haken ist die Lautstärke: Beim Anlaufen und bei Zugriffen hörst du die N300 deutlich. Steht das NAS im Keller oder im Abstellraum, ist sie meine Empfehlung fürs Budget. Steht es neben dem Fernseher, nimm die Red Plus.

NVMe-SSDs fürs NAS: bitte keine PCIe-5-Laufwerke

Die M.2-Slots in allen vier Geräten hängen an PCIe 3.0. Eine PCIe-5-SSD mit 14.000 MB/s läuft darin mit maximal rund 3.500 MB/s, wird dabei heiß und kostet das Doppelte. Und selbst die 3.500 MB/s kommen nie beim Client an, weil vorher das Netzwerk mit 2,5 GbE (etwa 290 MB/s) oder 10 GbE (etwa 1.100 MB/s) bremst.

Was du brauchst, ist eine unauffällige SSD mit 1 oder 2 TB, die kühl bleibt und nicht abraucht. Enterprise-Ausdauer ist unnötig. Ein Lese-Cache schreibt kaum, ein Docker-Volume mit ein paar Containern schreibt ein paar Gigabyte am Tag. Selbst die 220 TBW einer günstigen Crucial P310 reichen bei solchen Lasten für über zehn Jahre.

WD Blue SN580 NVMe SSD 1 TB (PCIe Gen4 x4, bis zu…Crucial P310 SSD 1TB M.2 2280 PCIe Gen4 NVMe, bis 7.100 MB/s,…Samsung 990 EVO Plus NVMe M.2 SSD 1 TB, PCIe 4.0 x4…
SchnittstellePCIe 4.0 x4PCIe 4.0 x4PCIe 4.0 x4 / 5.0 x2
Preis299,00 €169,99 €190,70 €
Zu AmazonAmazonAmazonAmazon
Lesen (max.)4.150 MB/s7.100 MB/s7.150 MB/s
TBW600 TB220 TB600 TB
DRAM-Cacheneinneinnein
Garantie5 Jahre5 Jahre5 Jahre
Kühlungbleibt kühlmittelmittel
Ideal fürCache + DockerPreis-Leistung, DockerDocker-Volume, VMs
Preisdaten von amzly.de

Meine Wahl für Ugreen: zwei WD Blue SN580 1 TB. Sie sind günstig, bleiben ohne Kühlkörper unter 60 Grad und haben 600 TBW Ausdauer. Die Crucial P310 ist der Preis-Leistungs-Tipp, oft günstiger als die SN580 und dabei schneller, auch wenn davon im PCIe-3.0-Slot nichts ankommt. Die Samsung 990 EVO Plus ist die Wahl, wenn auf dem NVMe-Volume Docker-Container und VMs laufen sollen.

Meine Wahl für Synology 2025: eine oder zwei Synology SNV3410 mit 400 GB. Das ist mehr als genug für den Cache, und es ist die einzige Variante, die DSM auf DS225+ und DS925+ ohne Tricks akzeptiert.

Cache oder Volume? Bei Ugreen würde ich die NVMe-SSDs nicht als Cache, sondern als eigenes Volume für Docker, Datenbanken und die Fotobibliothek einsetzen. Da bringen sie wirklich etwas. Ein SSD-Cache vor 8-TB-Platten beschleunigt Filmstreaming und Backups praktisch nicht, weil die Festplatten das sequenzielle Lesen selbst schaffen. Bei Synology bleibt mit Fremd-SSDs ohnehin nur der Weg über die SNV3410, und die ist als Lese-Cache für Photos und Drive sinnvoll, als Volume mit 400 GB eher nicht.

Worauf du beim Kauf achten solltest

  • CMR statt SMR: Das wichtigste Kriterium überhaupt. SMR-Platten (WD Red ohne Plus, Seagate BarraCuda ab 2 TB, viele externe Platten) sind beim RAID-Rebuild bis zu zehnmal langsamer und fliegen dabei gern aus dem Verbund. Im NAS haben sie nichts verloren.
  • Keine ausgeschlachteten externen Platten: Das „Shucken“ von WD Elements spart Geld, kostet aber Garantie, und seit 2024 sitzen darin oft SMR-Laufwerke.
  • 8 TB ist der Sweet Spot: Zwei 8 TB im RAID 1 geben 8 TB nutzbar, vier 8 TB im RAID 5 oder SHR geben 24 TB. Pro Terabyte sind 8-TB-Platten aktuell am günstigsten, 16 und 20 TB lohnen sich nur, wenn Schächte knapp sind.
  • Gleiche Größe, gern gemischte Hersteller: Alle Platten im RAID sollten dieselbe Kapazität haben. Mischen von IronWolf und Red Plus ist erlaubt und senkt sogar das Risiko, dass zwei Platten aus derselben Charge gleichzeitig sterben.
  • 7.200 oder 5.640 U/min: Übers Netzwerk merkst du den Unterschied nicht. Entscheide nach Lautstärke und Temperatur, nicht nach Datenblatt.
  • Synology-eigene HDDs (HAT3300): Technisch sind das Toshiba-Platten mit Synology-Aufkleber. Seit DSM 7.3 gibt es keinen Grund mehr, den Aufpreis zu zahlen.

Häufige Fragen

Welche Festplatte passt in ein Ugreen NAS?

Jede 3,5-Zoll-SATA-Platte mit CMR. Ugreen hat keine Kompatibilitätssperre, IronWolf, Red Plus und N300 laufen unter UGOS und TrueNAS.

Kann ich in der Synology DS925+ Fremdfestplatten nutzen?

Ja, seit DSM 7.3 vom Oktober 2025. Speicherpools mit Seagate, WD oder Toshiba lassen sich wieder anlegen. Ausgenommen sind M.2-SSDs, dort verlangt DSM weiterhin Synology-Laufwerke.

Reicht eine NVMe-SSD als Cache oder brauche ich zwei?

Für einen Lese-Cache reicht eine. Ein Lese-Schreib-Cache braucht zwei im RAID 1, sonst gehen beim SSD-Ausfall Daten verloren. Als Docker-Volume reicht ebenfalls eine, das Backup läuft dann auf die Festplatten.

Brauche ich IronWolf Pro oder WD Red Pro?

Brauchen nicht, aber bei 8 TB lohnt sich die IronWolf Pro trotzdem: fünf statt drei Jahre Garantie und 300 statt 180 TB Workload pro Jahr für meist nur wenige Euro Aufpreis. Bei der WD Red Pro ist der Abstand zur Red Plus größer, da bleibst du im Heim-NAS bei der Plus.

Wie laut sind NAS-Festplatten?

Alle 7.200er hörst du im stillen Raum beim Zugriff. Die WD Red Plus mit 5.640 U/min ist die leiseste. Steht das NAS im Wohnzimmer, ist sie die richtige Wahl.

Fazit: Welche Festplatte fürs NAS?

Für ein 4-Bay wie das Ugreen DXP4800 Plus oder die Synology DS925+ nimm vier Seagate IronWolf Pro 8 TB im RAID 5. Für ein 2-Bay im Wohnzimmer zwei WD Red Plus 8 TB im RAID 1. Wer sparen will und das NAS nicht hört, greift zur Toshiba N300. In die M.2-Slots kommen zwei normale PCIe-4-SSDs wie die WD Blue SN580, bei Synology die SNV3410. Alles andere ist Geld, das du nie zurückbekommst.